Anno 1448

Die Urkunden der nächsten Zeit nennen nur Pfandinhaber von Angern, und zwar in den Jahren 1392 und 1403 die von Rengerslage, im Jahre 1411 Sander von Hermersdorf und anno 1424 Dieter von Zerbst. Am 19. März 1424 gelangte der Kurfürstliche Rat und Hauptmann der Altmark Bernhard (IV) von der Schulenburg - außer seinem Erbteil an Beetzendorf - mit seinem Bruder Werner in den Pfandbesitz von Schloss Angern, das der Erzbischof Günther von Magdeburg ihm, seinen Bruder und von Zerbst für 400 Rheinische Gulden versetzte. 

Anno 1448 erwarben die drei Söhne Busso, Bernhard und Matthias des Stammvaters der "weißen Linie" Fritz (I) von der Schulenburg auf Beetzendorf Schloss Angern für 400 Rheinische Gulden und 60 alte Schock Groschen von Albrecht von Zerbst. Sie wurden mit Schloss Angern durch Lehnbrief Erzbischofs Friedrich von Magdeburg zu rechten männlichen Lehen beliehen und vererbten es nebst Zubehör auf ihre männlichen Nachkommen in mannigfachen Teilungen. Diese Brüder sind die Stammväter aller Häuser der weißen Linie des Schulenburg'schen Geschlechts - Busso Stammvater des älteren, Bernhard des mittleren und Matthias des jüngeren Astes. Ab anno 1515 ist das Schloss Angern im Besitz von Jakob II von der Schulenburg (die weiteren Besitzer können Sie hier nachlesen).

Bei der Aufteilung des Lehnsbesitzes im Jahr 1449 erhielt der älteste der Brüder, Busso von der Schulenburg, den etwa 500 m vom Dorf entfernt gelegenen Gutshof, die Vergunst genannt. Im Laufe der Erbfolge wurde das Gut mehrfach geteilt.

Der Streit zwischen den Erzbistümern Brandenburg und Magdeburg wurde am 12. November 1449 im Zinnaischen Vergleich zwischen Kurfürst Friedrich II. von Brandenburg, genannt der Eiserne und Friedrich III. Graf von Bleichlingen und Erzbischof Otto von Magdeburg endgültig beigelegt und die Grenzfestlegung von 1336 bestätigt.

Das Dorf Angern findet bis zur ersten lutherischen Kirchenvisitation 1562 bis 1564 kaum Erwähnung, wenn dann nur im Zusammenhang mit der Burg, bzw. dem Schloss Angern. Die ersten Aufzeichnungen beginnen im Jahr 1558, zu dieser Zeit lebten im Dorf 56 Familien.