Anno 1336

Im Jahr 1336 verzichtete Markgraf Ludwig I. von Brandenburg auf mehrere Ortschaften, darunter Angern, das nun nicht mehr zur brandenburgischen Altmark sondern zum Erzbistum Magdeburg gehörte. Damit erneuerte der Erzbischof die Belehnung der Markgrafen mit den erzbischöflichen Gütern in der Altmark, wobei aber Wolmirstedt, Alvensleben, Rogätz, Angern und die Grafschaft Billingshoch (südlich der Ohre gelegen) ausdrücklich als Besitzungen des Erzstiftes Magdeburg anerkannt wurden. Für ihn und seine Nachfolger gingen alle Ansprüche auf Angern nebst anderen nördlich von der Ohre gelegenen - von der Belehnung ausgeschlossenen Ortschaften - damit an das Erzstift Magdeburg über. Dies ist zugleich die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Angern.

Zur Sicherung seiner Ansprüche lässt Erzbischof Otto von Magdeburg anno 1341 eine Wasserburg auf einer künstlich geschaffenen Insel bauen. Es ist nicht klar, ob es sich dabei um einen Neubau handelte, da bereits 1336 eine Burg in Angern erwähnt wird, so dass eventuell eine bereits vorhandene Anlage erweitert oder verstärkt wurde. Wahrscheinlich hatte schon früher ein solches dort gestanden, das aber wohl untergegangen war. Leider können wir uns heute nur noch anhand des Wassergrabens, der Brücken und der Kellergewölbe vorstellen, wie diese mittelalterliche Burg einst ausgesehen haben mag. Ob es eine Zugbrücke oder mehrere Wehrtürme gab, bleibt unserer Phantasie überlassen, da diese Burg, wie auch das ganze Dorf Angern, während des 30jährigen Krieges zerstört wurden.

Die Wasserburg wechselte mehrmals den Eigentümer. 1343 gehörte sie einem Gerlof von Brunhorcz. Ab 1363 ist der Burgherr Lüdecke von Grieben im Lehnsbesitz von Angern. Er war kein Angehöriger des bedeutenden gleichnamigen Adelsgeschlechts derer von Grieben, sondern ein Vasall derselbigen und hatte, wie damals üblich, deren Namen angenommen. Im Jahr 1370 sind Lüdecke von Grieben und zwei Söhne des Ritters Jakob von Eichendorff mit dem Ort Angern belehnt. 

Ab 1373 war Ritter Gebhard von Alvensleben, auch von Klötzen genannt, Lehnsherr in Angern. Er machte vor allem durch Raubüberfälle auf Magdeburger Kaufleute von sich reden. Im Jahr 1382 belagerten Magdeburger Bürger die Burg in Angern bis Gebhard von Alvensleben ihnen die Burg für 400 Mark Silber abtrat. Erzbischof Friedrich von Magdeburg verlangte die Auslieferung des Schlosses als Lehngut des Erzstiftes; die Bürger von Magdeburg behielten es aber einstweilen im Besitz. Friedrich Graf von Hoym und Erzbischof von Magdeburg verlangte das Schloss Angern als Lehngut des Erzstiftes. Aber erst am 1. August 1384 wurde das Schloss Angern von der Stadt Magdeburg an den neuen Erzbischof Albrecht IV. gegen eine Zahlung von 900 Mark Silber übergeben.